Mate Miloradić – GEDICHTE

28. ciklus je Mate Miloradić u prijevodu Ewalda Pichlera iz ljeta 1978.

Mate Meršić Miloradić

kategorije: Mate Miloradić_1978, Ewald Pichler/Evald Pihler, ghrv književnost

oznaka: dvojezično (hrv-njem)

početak: 1. 9. 2018.

kraj: 27. 9. 2018.

kontrola: oktobar 2018.

slika knjige (omot)

Mate Miloradić

GEDICHTE

kroatisch-deutsche Ausgabe

Im Auftrag der Burgenländischen PEN-Clubs

herausgegeben von Franz Probst

Hertha Kräftner

Das Werk

Mate Miloradić

Ausgewählte Gedichte

MATE MILORADIĆ

Ausgewählte Gedichte

kroatisch/deutsch

Ausgewählt und übersetzt von EWALD PICHLER

Nachwort von FRANZ PROBST

Verlegt bei der EDITION RÖTZER

Rufe…

ISBN 3-85374-038-3

Gestaltung des Schutzumschlages: Erwin Morawitz

unter Verwendung des Holzschnittes „Dudelsacknarr“

(zu Sebastian Brants „Narrenschiff“) von Albrecht Dürer

Umschlagsfoto: Miloradić-Denkmal in Frankenau von Ivan Meštrović

Alle Rechte vorbehalten

Copyright ©1978 by Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt

Gesamtherstellung: Rötzer Druck, Eisenstadt

Printed in Austria

ciklusi:

RUFE…

…AUS DER STILLE

…IN BEWEGTE ZEIT

NAŠA TETA KATE – UNSERE TETA KATE

tijelo>telo

vjera>vera

svim>vsim

daß (dass)

Mate Miloradić – Naš jezik – Unsere Sprache

Mate Miloradić

NAŠ JEZIK.

Naš jezik, kroz veke star,

Je mudrosti pun ormar;

Da ti pamet ta jezik

I prez škole i prez knjig!

Glete, to je ča željim

S jačkami pokazat svim!

Prost živari naš jezik

Sam, prez škole i prez knjig,

Pak si još zajačit znam,

Da me nij pred svitom sram!

Znam mudrosti zreć po njem,

Ča va mudri knjigah štem!

Ta jezik biš rad zatrt?!

To je zlo i grih na smrt!

Je kulturi lomit vrat,

Je oltare rušit, žgat!

UNSERE SPRACHE

Unsere Sprache ist jahrhundertelang

Voll der Weisheit dir ein Schrank;

Es gibt die Sprache dir Verstand,

Ohne Schule auch und Bucheinband!

Davon will ich Kunde bringen,

Will es euch in Liedern singen!

Einfach bleibet unser Spruch,

Ohne Schul’ und ohne Buch.

Fang ich ihn zu singen an,

Ich vor der Welt mich zeigen kann!

Mit ihm ist auch auszusprechen

Weiser Bücher Kopfzerbrechen!

Doch ihn schänden, gar mit Fleiß,

Ich nur bös und Todsünd‘ heiß,

Mord an der Kultur fürwahr,

Brandschatzers Sturm auf den Altar!

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 6-7.

Mate Miloradić – 1910.

Mate Miloradić

1910.

O Hrvati, narod mali,

Stanmo gori, dost smo spali!

   Prestat mora dugi san,

   Zora puca, bit će dan!

Novo leto, nove muke!

Dane su nam dvoje ruke;

   Branmo se na vsaku stran, –

   Zora puca, bit će dan!

Ki nam tlaču Veru svetu,

Ćedu čut va novom letu:

   „Kršćenik sam, ne pogan!…“

   Zora puca, bit će dan!

Ki nam tlaču Dom naš sveti,

Ćedu čut vam novom leti:

   „Črni Judaš, cuki van!“

   Zora puca, bit će dan!

Ki nam tlaču Rod naš sveti,

Ćedu čut va novom leti:

   „Svoj svojemu bud podan!“

   Zora puca, bit će dan!

Sveta vera, Dom, Rod mili!

Va tom letu Bog udili,

   Da Vam čuva vsaki stan, –

   Zora puca, bit će dan!

1910

Oh Kroaten, kleinen Stammes Heer,

Stehet auf und schlaft nicht mehr!

Der Traum jetzt nimmer währen kann,

Der Morgen flammt, der Tag bricht an!

Neues Jahr birgt neue Übelstände,

Gab Gott Vater uns zwei Hände:

Allseits wehret sich der Mann,

Der Morgen flammt, der Tag bricht an!

Und wer Feind dem heil’gen Glauben war,

Soll hören jetzt im nächsten Jahr:

„Nie ein Heide, stets ein Christ fortan!“

Der Morgen flammt, der Tag bricht an!

Und wer Feind der heil’gen Heimat war,

Soll hören jetzt im nächsten Jahr:

„Schwarzer Judas, du bleib hintenan!“

Der Morgen flammt, der Tag bricht an!

Und wer Feind dem heil’gen Stamme war,

Soll hören jetzt im nächsten Jahr:

„Jeder bleib’ dem Seinen zugetan!“

Der Morgen flammt, der Tag bricht an!

Heil’ger Glaube, Heimat, Stamm mit lieb!

Dieses Jahr, oh Herrgott, Vater, gib,

Daß jedem Hause wohlgetan. –

Der Morgen flammt, der Tag bricht an!

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 8-9.

daß>dass

Mate Miloradić – Hrvat u Gradišću – Kroate im Burgenland

Mate Miloradić

HRVAT U GRADIŠĆU.

Hrvat su moj otac

I Hrvatica mat,

A ja sam njeva krv

I verni sin Hrvat!

Za moj hrvatski rod

Ću živit, ću umrit,

Zakriknut ću hura,

Da čuje celi svit!

Poziva me German,

Poziva i Madjar,

Da stupim k njim va roj,

Va tudji kolobar.

To je zlamenja dost,

Da nismo nigdori,

Ne trži se zis tim,

Ča trštva vridno nij!

Ne kupi se Cigan,

Ne kupi se ni Žid!

Hrvata kupte si,

Hrvat je vsim profit!

Pridat ću jednu rič:

Smetlje je samo ta,

Ki je Judašević,

Ki vam se kupit da!

Ča sam, to sam: Hrvat,

A Slav mi je rodjak;

Ki ne će bit, ča je,

Lažac je i bedak!

Prodat se ja ne dam,

Pozivam vse va roj:

Hura, Hrvati smo,

Hura, k svojemu svoj!

Va slogi najde moć

I rast će mala stvar;

Nesloga zruši tron,

Narode i oltar!

Ki nam raskala moć

I sprši mali broj,

Proklet mu budi glas,

Izrod je; smrad i gnjoj!

Gradišće nam je dom

Uz nimški ocean,

Na njem je mesta dost

Za naš maljacki stan!

Koliko smo, to smo,

Nek mali roj i broj,

Hura, Hrvati smo,

Hura, k svojemu svoj!

KROATE IM BURGENLAND

Der Vater ist Kroate,

Kroatin die Mutter mein,

So will – aus ihrem Blute –

Ich stets Kroate sein!

Für mein Kroatenvolk

Will leben ich und sterben,

Da rufe ich Hurra!

Hör’n soll’s die ganze Erden!

Buhlt um mich der Deutsche,

Der Madjare wirbt mich an,

Ich sollt’ der Ihrige werden,

Fremden Kreisen Untertan!

Beweis ist mir’s genug,

Daß man uns achtet, ehrt!

Weil man nicht erhandelt,

Was keines Handels wert!

Nach Juden und Zigeunern

Trachtet keines Mannes Sinn.

Kroaten sollt’ ihr kaufen,

Der Kroat’ ist jedem ein Gewinn!

Es sei ein Wort nur Euch gesagt:

An Kehricht hält ihr fest,

Mit dem Judas ihr euch plagt,

Der allein sich kaufen läßt!

Kroate bin und bleib ich

Und slawisch ist mein Blut.

Wer, was er ist, nicht sein will,

Zu den Narren zählt, zur Lügenbrut!

Ich laß mich nicht verkaufen

Und ruf euch in die Reih’n:

Hurra, wir sind Kroaten,

So soll es ewig sein!

Nur Einigkeit macht stark,

Es wächst die kleine Schar.

Der Zwist, er stürzet Throne,

Die Völker, den Altar!

Wer uns’re Stärke schwächt,

Uns Wenige zu mindern sucht,

Sei Ausgeburt und Mist und Dreck,

Seine Stimme sei verflucht!

Im Burgenland zu Hause

Neben dem deutschen Ozean

Auf ihm bleibt Platz genug

Für uns’ren kleinen Kahn!

Sind, was wir uns selber gelten:

Eines kleinen Volkes Reih’n,

Hurra, wir sind Kroaten,

So soll es ewig sein!

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 10-13.

daß>dass

laß>lass

zi>zis

Judaševič>Judašević

Mate Miloradić – Moje ptice – Meine Vögel

…AUS DER STILLE

Mate Miloradić

MOJE PTICE.

   Širom snig pokriva

Krajinu široku,

Ptičice su došle

K mojemu obloku.

   Ta i ta mi kljunom

Po obloki troplje,

Ljubi joj se jako

Sime od konoplje.

   O ptičice moje,

Za manom letite,

Za manom na puti

Od kite do kite.

   Ča niste još čule,

Ča govoru ljudi,

Da je moje srce

Kot kamen va grudi?

   „Čule jesmo, čule

Mi takove riči

Od vuka va lozi,

Od kače va siči;

   Povidali su nam

Na krovi vrepčići

I gavrani črni

Na visokom kići!

   A mi znamo bolje…

Ti se ništ ne mari,

Ča na te govoru,

Te takove stvari!…“

   Hodte, ptice, hodte!

Znam ja, ča bi rade;

Odložite ovde

Jade si i glade!

MEINE VÖGEL…

Weitverbreitet deckt der Schnee

Ringsumher das weite Land,

Und der kleinen Vögel Schar

Mir hin zum Fenster fand.

Das picket, das trommelt,

Schnäbelt am Fensterrahmen.

Wohl schmecket und mundet

Ihnen des Hanfes Samen.

Oh ihr Vögel sagt mir,

Warum in eurer Hast

Ihr meine Wege kreuzet,

Flügelt von Ast zu Ast?

Habt ihr nicht vernommen

All der Menschen Geraun,

Es wäre das Herz mir

Aus kaltem Stein gehaun?

„Wir hörten, ja hörten

Solch’ törichte Klage

Im Wald von den Wölfen,

Von der Schlange im Schlage.

Auf dem First die Spatzen

Darüber geschwätzet haben,

Im hohen Geäste

Die schwärzlichen Raben.

Doch wir wissen es besser!

Drum sei nicht bekümmert,

Was schnöde und fälschlich

Dies Getier nur gewimmert.“

Oh kommet, ihr Vögel, oh kommet,

Kommet heute und morgen.

Bei mir ladet stets ab

Euren Hunger und eure Sorgen!

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 16-19.

„Čule jesmo čule

Mi takvore riči

>

„Čule jesmo, čule

Mi takove riči

Mate Miloradić – Večer – Der Abend

Mate Miloradić

VEČER.

Dan premine, va doline

         Pada noć i noćni mrak,

Stane delo, trudno telo

         Išće slatki počivak.

Grob i stelja, k vam nas pelja

         Žitka muka, trud i rad!

Spreza oje obadvoje:

         Smrt je sestra, san je brat.

Bože, daj mi, da zi najmi

         Vršim vrime, dan i trud,

Kot mi kaže i pomaže

         Milost Tvoja pravi put!

Dokle bivam, čas uživam,

         Dokle ovde živit smim:

Tvoje ime vsako vrime

         Neka slavi rič i čin.

Kad mi čine smrt prekine,

         Kad mi bude stelja grob:

Daj mi, prosim, da si nosim

         K sudu najme, rodan snop!

DER ABEND

Der Tag entschwindet, in die Täler,

Fallen Nacht und Dämmrung ein.

Die Arbeit ruht, der Leib ermüdet,

Suchet süße Ruh‘ allein.

Grab und Bette, zu euch führet –

Gespannt vor gleichen Deichselbaum –

Des Lebens Kummer, Plag und Arbeit:

Der Tod ist Schwester, ihr Bruder der Traum.

Herr! Oh gib mir, daß in Ehren

Ich Mühen, Zeiten, Tage dir belege,

Daß mir weisen und gewähren

Deine Gnade wird die rechten Wege.

So lang der Tage Zeit mir steht bereit,

So lang mein Herz zu schlagen hat:

Deinen Namen, Herr, zu jeder Zeit

Werde preisen ich in Wort und Tat.

Wenn der Tod zerbricht dann meine Tage,

Wenn das Bett mir wird zum Grab:

Dann gib, daß zum Gericht ich trage

Ehrenvolle Garben als die Früchte meiner Hab!

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 22-25.

daß>dass

Mate Miloradić – Marici – Für Marica

Mate Miloradić

MARICI.

   Ah, po dugom, dugom časi

Vidil sam te, kakova si!

Gledal sam te, truplo bablje,

Šćrbavu kot stare grablje,

I obraz nabran na čmrčka…,

O kako nas čas poprčka!

Oči mutni kot je mlaka,

Gledom kot od kiseljaka;

Glava ti se zemlji klanja,

Vidiš mi se čuda manja;

Drhće ruka, noga slaba…,

S ričom, Mare, sad si baba!

   Kad si bila lipa mlada,

Vsakoga si znorit rada;

Vedra, živa, mladovita,

Čarobna kot Afrodita

Vsim si bila mila šala,

Vsakomu odbriznut znala,

A uz majku kći jedina,

Bila si joj Proserpina.

Ne kot Marta, nego lena

Kot sestrica Magdalena,

Nit si prela, nit si šila,

Nit si prala, nit si plila,

Rasprokšena i gizdava,

To na hištvo nij priprava!

Va samiti i va svili,

Si ostala na cidili!

Prez unuka, prez unuke

Spala si na tudje ruke!

Bavljaš čas uz jad i vadu,

Drago plaćaš bludnju mladu!

Suzom zmačeš tvrdu slamu…,

Milujem te, poj va jamu!

   Vidiš Rezu? Rodna biše,

Sedmero ih odgojiše!

Vsi su vrli, sini, kćere,

Vsi joj dobri s pune mere,

Vsi joj služu va ljubavi,

Kad premineš ti i ona,

Ti s progonstva, ona s trona,

Bit će roj, ki te proklinje,

Za nju plaču okol škrinje,

Nijedno je zabit neće,

Na grobak hte sadit cveće,

Kad prosvane protuliće,

U jeseni nažgat sviće,

Vsaki večer ne pozabu,

Očenaš za „našu babu“!

Ljubav joj je bila sitva,

Žetva joj je strat molitva,

A od Boga raj za plaću,

Ne za halju kratku kraću,

Neg‘ za mili trud uz ćaću,

Neg’ za slatku skrb domaću

Za dičicu, za unuke,

Zajti će va Božje ruke!

   Mare, padni na koljena,

Kot sestrica Magdalena.

FÜR MARICA

Ach, nach langer, langer Frist

Hab ich gesehen, wie du bist!

Erblickte der Greisin Gebrechen.

Zahnlos bist du, alter Rechen,

Runzlig und faltig dein Gesicht,

Oh, wie hält die Zeit mit uns Gesicht!

Die Augen trüb wie eine Brühe,

Der saure Blick so voller Mühe,

Der Kopf dir schon zur Erde sinkt,

Bist jetzt kleiner, wie mich dünkt.

Zitternd die Hand, der Fuß geplagt,

Eine Muhme bist du, kurz gesagt!

Als du noch jung und schön gewesen,

Hast du so manchen Narren aufgelesen.

Heiter und lebhaft, an Reizen reich,

Schautest der rosigen Aphrodite gleich!

Hast in Allen Freude du geweckt

Und alle auch so recht geneckt!

Die Mutter, der als einzige du geboren,

Hat zu Proserpinen dich erkoren.

Doch nicht wie Martha, sondern träge

Gingst du – Magdalena – deine Wege.

Nicht gesponnen hast du, nicht genäht,

Nicht gewaschen hast du, nicht gejät’.

Ein stolz’ Gesicht und lock’re Hand

Sind keine Übung für den Ehestand!

Denn in Seide und mit Sammetborte

Bliebest sitzen du, wie manche Torte!

Ohne Enkeltochter, ohne Enkelsohn

Fällst du in fremder Hände Fron.

Darbest nun in Zank und Streit dahin,

Büßt jetzt schwer der Jugend losen Sinn.

Hartes Stroh mußt du mit Tränen laben…,

Du dauerst mich, laß dich begraben!

Die Reza schau dir an, sie hat der lieben

Kinder aufgezogen dir gleich sieben!

Wohlgeraten jede Tochter, jeder Sohn,

Deren Liebe ihr nun wird zu Ehr’ und Lohn.

Wenn dereinst ihr beide scheiden müßt, –

Sie vom Throne, du vom fremden Mist,

Wird kein Hund mehr um dich greinen,

An ihrem Sarg jedoch die Kinder weinen!

Keines wird die Mutter je vergessen

Und wird der guten Sitte angemessen

Zier’n ihr Grab mit Frühlingsblüten,

Indes Totenlichter im Herbste es behüten.

Und am Abend stets zu ihrem Ruhme

Beten das Vaterunser sie „für uns’re Muhme“!

Wie ein Saatkorn war ihre Lieb,

Das Gebet als Ernte ihr verblieb,

Und von Gottvater seines Reich’s Gewinn!

Nicht weil nach kurzen Röcken stand ihr Sinn,

Nicht weil in steter Müh für den Gatten sie gelebt,

Nur weil nach des Hausstand’s Ordnung sie gestrebt,

Weil stets Kind und Kindeskinder sie geliebt,

Ihr der Herr aus güt’ger Hand den Frieden gibt.

Oh Marie, geh‘ hin und fall‘ auf die Knie,

Wie deine Schwester Magdalen‘-Marie!

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 22-25.

mußt>musst

laß>lass

müßt>müsst

 

Ovo fali (druga kitica, početak):

Sad si stara prez diteta,

Snahe nimaš niti zeta,

 

Stari čas va blagoj muki!

Mate Miloradić – Sunce gine… – Die Sonne fliehet…

Mate Miloradić

SUNCE GINE…

Sunce gine, lišće pada,

   Rosu zminja sedi mraz;

Trudna zemlja spat bi rada,

Rasti, rasti, noćni čas!

     Dol, planinu, brig,

     Krit će beli snig!…

Ah, pred snigom sve prestane,

Letna radost, letne rane!

Mladost gine, želja pada,

   Žare srca gaša mraz;

Trudna duša spat bi rada,

   Pridi, pridi, smrtni čas!

     Rob i velikan

     Najt će grob za stan!…

Ah, va grobi sve prestane,

Svita radost, svita rane!

DIE SONNE FLIEHET…

Die Sonne fliehet, fällt nun Blatt um Blatt,

Grauer Reif, er drängt den Tau beiseit.

Schlafen möcht’ die Erde, müde, matt.

Wachse, oh wachse, Du nachtige Zeit!

   Berg und Tal und See

   Decken wird weißer Schnee!…

Oh, es vergehet unter weißer Winterwacht

Des Sommers Weh, des Sommers Pracht.

Die Jugend fliehet, die Sehnsucht welket matt,

Grauer Reif die Glut dem Herzen entzweit.

Schlafen möcht die Seele, – müdes Blatt.

Vergeh’ nun vergehe, der Sterblichen Zeit!

   Armer Knecht und reicher Mann

   Obdach fänd im Grabe dann!…

Oh, es vergeht in dunklem Grabesschacht

Des Lebens Weh, des Lebens Pracht.

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 26-27.

Mate Miloradić – Tili-tili, bum-bum!

Mate Miloradić

TILI-TILI, BUM-BUM!

Orgulam su šurle zeli,

   Tili-tili, bum-bum!

Neka služu s pakla streli!

   Tili-tili, bum-bum!

S koruša nam ziva doli

   Tili-tili, bum-bum!

Glava, koj su oči zboli,

   Tili-tili, bum-bum!

Nismo dosle toga znali,

   Tili-tili, bum-bum!

Da su crikve arzenali,

   Tili-tili, bum-bum!

Šurla, zvon su glasi mira,

   Tili-tili, bum-bum!

Šurle, zvone vrag rascvira,

   Tili-tili, bum-bum!

Na oltaru nij duplira,

   Tili-tili, bum-bum!

Nit je krsta, nit je pira,

   Tili-tili, bum-bum!

A mrtvace milijone,

   Tili-tili, bum-bum!

Zagrnjuju tudje zone,

   Tili-tili, bum-bum!

Ča je svitu? Ča to kani?

   Tili-tili, bum-bum!

Nač su vihri, naš orkani?

   Tili-tili, bum-bum!

Čujte zmožni velikani!

   Tili-tili, bum-bum!

Čujte, robi, na sve strani!

   Tili-tili, bum-bum!

Čas je ovo preporoda,

   Tili-tili, bum-bum!

Velikanom čas zahoda!

   Tili-tili, bum-bum!

Svit se stresa po potresu,

   Tili-tili, bum-bum!

Slobodi otprimo lesu!

   Tili-tili, bum-bum!

Opet hte nam po zakoni,

   Tili-tili, bum-bum!

Šurlat šurle, zvonit zvoni.

   Tili-tili, bum-bum!

TILI-TILI, BUM-BUM!

Der Orgel Pfeifen haben sie gestohlen,

   Tili-bum, bum-bum!

Die jetzo Klänge aus der Hölle holen!

   Tili-bum, bum-bum!

Vom Chor herunter stiert zerbrochen

   Tili-bum, bum-bum!

Ein Kopf, dem man die Augen ausgestochen

   Tili-bum, bum-bum!

So wird denn mit einem Male

   Tili-bum, bum-bum!

Das Kirchenschiff zum Arsenale!

   Tili-bum, bum-bum!

Mit Pfeifen, Glocken sonst der Friede klingt,

   Tili-bum, bum-bum!

Mit Pfeifen, Glocken jetzt der Teufel singt.

   Tili-bum, bum-bum!

Keine Kerzen am Altare drauf,

   Tili-bum, bum-bum!

Keine Hochzeit und auch keine Tauf –

   Tili-bum, bum-bum!

Doch der Toten – Millionen!

   Tili-bum, bum-bum!

Eingescharrt in fremden Zonen.

   Tili-bum, bum-bum!

Daß die Welt sich wohl ermahne!

   Tili-bum, bum-bum!

Wozu Stürme, noch Orkane?

   Tili-bum, bum-bum!

Hört’s, ihr hohen Herren dorten!

   Tili-bum, bum-bum!

Hört es, Knechte allerorten!

   Tili-bum, bum-bum!

Eine Ordnung wär‘ zu wählen!

   Tili-bum, bum-bum!

Die Herren mögen ihre Tage zählen!

   Tili-bum, bum-bum!

Nach dem Beben dieser Erde hier

   Tili-bum, bum-bum!

Öffne der Freiheit man die Tür!

   Tili-bum, bum-bum!

Soll wieder das Gesetz uns leiten,

   Tili-bum, bum-bum!

Pfeifen tönen, Glocken läuten!

   Tili-bum, bum-bum!

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 30-33.

Mate Miloradić – Na majkinom grobu – An der Mutter Grab

Mate Miloradić

NA MAJKINOM GROBU.

         1.

U protulićnu dob

Odnesli su va grob,

     Va škuri grob

     Majku ljubljenu!

A ja klečim na njem

I suzami zaljem

     Travu zelenu,

     Travu zelenu.

         2.

Jednoč vazmenu dob

Otvorit će se grob,

     I s njega će dojt

     Majka ljubljena.

Povida mi uz grob

Na protulićnu dob

     Trava zelena,

     Trava zelena.

AN DER MUTTER GRAB

         1.

Zur Frühlingszeit

In’s Grab ich geleit,

     Das dunkel dräut,

     Die geliebte Mutter.

Knie und Kopf senke,

Mit meinem Tränen tränke

Ich grünes Gras,

     Das grüne Gras,

     Das grüne Gras.

         2.

Einstens zur Osterzeit

Öffnet das Grab sich weit.

   Ihm wird einsteigen

     Die geliebte Mutter.

Am Grabe mir dies verspricht

Im hellen Frühlingslicht

     Das grüne Gras,

     Das grüne Gras.

Mate Miloradić, Ausgewählte Gedichte, Burgenländischer PEN-Club, Eisenstadt, 1978, 28-29.

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