Ninoslav Marinović – Ne spremam se

 

Ninoslav Marinović

Ninoslav Marinović

Ne spremam se,

a možda bih se trebao spremati,

jer poziv može doći

svaki tren.

Ne trčim bosonog po vlažnoj zemlji,

kao da to i sutra mogu.

A sutra zapravo nema,

kažem sam sebi opet i opet,

ne, ne razumijem što to znači.

Sutra ustvari nije,

da, mislim reći – nije tu.

Ne slušam kako pjevaju ptice,

a možda bih im trebao izučavati

krhka tijela

i način na koji lete.

Možda bih im trebao oponašati zov.

Dok mogu.

Jer gdje će biti ptice,

uostalom – gdje ćeš biti ti,

mislim, gdje ćemo biti mi

u sutra kojeg nema?

Ich bereite mich nicht vor

und vielleicht sollte ich mich vorbereiten

denn der Ruf kann

jeden Augenblick kommen.

Ich laufe nicht barfüßig auf der nassen Erde

als könnte ich es auch morgen.

Und es gibt eigentlich kein Morgen

sage ich mir wieder und wieder

aber ich verstehe nicht, was das bedeutet.

Das Morgen ist tatsächlich nicht

ja, ich meine – es ist nicht da.

 

Ich höre nicht die Vögel singen

und vielleicht sollte ich

ihre zarten Körper erforschen

und die Weise, auf die sie fliegen.

Villeicht sollte ich ihren Ruf nachahmen.

Solange ich es kann.

Denn wo werden die Vögel sein

schließlich – wo wirst du sein

ich meine, wo werden wir sein

im Morgen, das es nicht gibt?

 

Gerald Kurdoğlu Nitsche (mit Bruno Gitterle) (Hrsg.), Neue österreichische Lyrik – und kein Wort Deutsch, Innsbruck-Wien, Haymon Verlag, 2008, 244.

tren,>tren.

ne ne>ne, ne

Ninoslav Marinković – Čujem da priroda mrmlja

 

Ninoslav Marinković

Ninoslav Marinković

Čujem da priroda mrmlja

stihove besmislene

i pjesme udaljene

od mene.

Priroda ima svoj put.

Ona se kreće zajedno s nama

i tako svi hrlimo –

kamo?

I opet slušam glasove noći.

Vrt se glasa.

Njegov je jezik

nemušt.

Tko mi to kaže laku noć

dok stojim ovdje sam?

Čije mi usne dodiruju čelo?

Nitko.

I nitko ne kaže ništa,

a sve kaže sve.

Sova na drvetu mrmlja

o smrti.

Ich höre die Natur

sinnlose Verse murmeln

und Gedichte, weit entfernt

von mir.

 

Die Natur hat ihren Weg.

Sie bewegt sich zusammen mit uns

und so stürmen wir alle –

wohin?

 

Und ich höre wieder die Stimmen der Nacht.

Der Garten lässt sich hören.

Seine Sprache ist

sprachlos.

 

Wer sagt mir da gute Nacht

während ich da alleine stehe?

Wessen Lippen berühren meine Stirn?

Niemand.

 

Und niemand sagt etwas

und alles sagt alles.

Die Eule auf dem Baum

murmelt über den Tod.

 

Gerald Kurdoğlu Nitsche (mit Bruno Gitterle) (Hrsg.), Neue österreichische Lyrik – und kein Wort Deutsch, Innsbruck-Wien, Haymon Verlag, 2008, 325.

Ninoslav Marinković – Ne osjećam kako prolazi vrijeme

 

Ninoslav Marinković

Ninoslav Marinković

Ne osjećam kako prolazi vrijeme

Samo se riječi nižu.

Velike, značenje, čudne riječi.

Nešto se krije iza njih.

Stotine tisuća, milijuni –

o kako mnogo riječi znam!

I tako mogu pisati pjesme,

duge nizove riječi.

Evo ovako:

pas i mačka i tele i guska,

a pas je mačka

i tele je guska,

a možda ovako i možda onako.

Nešto se skriva iza riječi

kad postanu ružne, nejasne, mutne,

samodopadljive, zrele za pjesmu

koju će onda znalci znati,

oni što dobro vide u čuju,

što ćute riječi nenadane,

nedorečene tihe riječi

obavijene samim sobom,

potpuno nevažne.

Ich fühle nicht, wie die Zeit vergeht

Es reihen sich nur die Wörter.

Große, bedeutende, seltsame Wörter.

Etwas verbirgt sich hinter ihnen.

Hunderttausende, Millionen

Oh, wie viele Wörter ich doch kenne!

Und so kann ich Gedichte schreiben

lange Reihen von Wörtern.

So:

Hund und Katze und Kalb und Gans

und Hund ist Katze

und Kalb ist Gans

und vielleicht so, und vielleicht auch anders.

Etwas verbirgt sich hinter den Wörtern

wenn sie hässlich, unklar, trübe werden

selbstgefällig, reif für ein Gedicht

das nachher die Kenner kennen werden

die, die gut sehen und hören

die unerwartete Wörter spüren

nicht ausgesprochene, stille Wörter

durch sich selbst umhüllt

gänzlich unwichtig.

 

Gerald Kurdoğlu Nitsche (mit Bruno Gitterle) (Hrsg.), Neue österreichische Lyrik – und kein Wort Deutsch, Innsbruck-Wien, Haymon Verlag, 2008, 326.

Ninoslav Marinković – Ova bubica

Ninoslav Marinković

Ninoslav Marinković

Ova bubica

što se zaustavila na mom papiru

pod jakom svjetlošću žarulje

dok sam, iznuren dnevnim zapažanjima,

u gluho doba noći

pisao malenu pjesmu

mora da sam sam ja.

Diese Mücke

die auf meinem Papier

unter dem grellen Licht der Glühbirne Halt machte

während ich, erschöpft durch die Tagesbeobachtungen

tief in der Nacht

ein kleines Gedicht schrieb

muss ich selbst sein

 

Gerald Kurdoğlu Nitsche (mit Bruno Gitterle) (Hrsg.), Neue österreichische Lyrik – und kein Wort Deutsch, Innsbruck-Wien, Haymon Verlag, 2008, 327.

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